Kronacher Kunstverein e. V.

2022 Juni, Juli


Hermann Rudorf
„Mikado“
19. Juni bis 17. Juli 2022





Der Meister der Reduktion

Der Kronacher Kunstverein präsentiert unter dem Titel „Mikado“ Arbeiten des aus Hof stammenden Malers Hermann Rudorf. Gezeigt werden farbintensive abstrakte Kompositionen sowie eine Auswahl aus Rudorfs Serie „Familienbilder“.

„Mikado“ bedeutet im Japanischen soviel wie „erhabene Pforte“. Hierzulande verbindet man damit vor allem ein Geschicklichkeitsspiel mit bunten, langen Holzstäbchen. Hermann Rudorf hat eine 2022 entstandene Bildserie unter diesen Titel gestellt, in der er das optische Phänomen der räumlichen Durchdringung aufgreift.




„Der Horizont und seine Überwindung - diese fünf Worte bringen meine künstlerische Intention, besonders im übertragenen Sinn, bis heute auf den Punkt“, sagt Hermann Rudorf. „Bildnerisches Arbeiten weder thematisch einzuengen, noch artifiziell zu stilisieren, ist mir wichtig. Beides mag für den schnellen Wiedererkennungswert von Autorenschaft von Vorteil sein. Wichtiger erscheint mir aber die Entwicklung einer stringenten Bildsprache, die unabhängig vom Zeitgeist einer universellen Gültigkeit folgt; die auch - und besonders - eine persönliche Haltung zum Ausdruck bringt. So bedeutet Bildfindung auch Selbstfindung.“

Betrachtet man das Werk Hermann Rudorfs in den vergangenen Jahrzehnten, so findet man da ein Feuerwerk an Farben ebenso wie Monochromes, Figürliches wie Abstraktes, die ganz großen Emotionen ebenso wie die stillen, meditativen Momente, Vorstöße nach Außen und den Rückzug nach Innen. Fernöstliche Philosophien seien ihm nicht fern, konstatiert Rudorf. Das heißt für ihn, Sehenseindrücke so lange zu speichern und ins Meditative fluten zu lassen, bis sie sich zum Bild verdichten und dann gleichsam in einem Zug entladen. Diese Entladung wird durch die Art bzw. Dynamik der Pinselführung deutlich - das typische Kennzeichen in Rudorfs Malerei. Der Betrachter wird geradezu in seine Bilder hineingezogen, in diesen einen atmosphärischen Moment, der je nach Stimmung anregend oder beruhigend ausfallen kann. Der Blick wird in die Tiefe gelockt und tastet sich langsam durch die verschiedenen Ebenen vorwärts.

Der Strich ist das Herzstück seiner Malerei. Mit ihm gibt Hermann Rudorf der Farbe eine Struktur und macht sie zu Linie, Fläche, Raum oder Skulptur. Kantig gezogen, endet er vielfach im Endlosen. Mit ihm staffelt der Maler gekonnt den Bildraum. Im Auf und Ab des Pinselstrichs verbinden sich Landschaft und Gegenstand zu einem harmonischen Sujet, bilden Verwischungen und klar umrissene Formen eine Einheit. Dynamik und Statik können sich nebeneinander behaupten. Der Strich ist die kleinste Bildeinheit, dem Rudorf malerisch absolut alles zu entlocken vermag. Der Armin-Sandig-Preisträger wurde 1956 in Hof geboren. Er studierte u.a. bei Ernst Weil an der Akademie der Bildenden Künste sowie bei Helmut Sturm und Allen Jones an der Hochschule der Künste in Berlin.

Studienreisen führten ihn nach Indien sowie in die USA. Als Seminarleiter war er u.a. an der Kunsthochschule Halle (Burg Giebichenstein) tätig. Seit mehr als 20 Jahren lebt Hermann Rudorf in Berlin. Seine Arbeiten gehören zum Bestand zahlreicher Privatsammlungen sowie u.a. zu den Sammlungen des Deutschen Bundestags, des Stuttgarter Museums Ritter, von Kloster Ettal sowie der Siemens AG, des Westin Hotels Boston (USA) und des Bankhauses Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf.

In den Jahren 2004/2005 waren Arbeiten des renommierten Künstlers im Kronacher Kunstverein sowie im Foyer der Lear Corporation zu sehen.


Zur Ausstellung ist ein Katalog entstanden.

Weitere Infos:
www.rudorf.berlin







































































 
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