Aktuelle Ausstellung
Martin Furtwängler: „Welt von morgen“
26. April bis 31. Mai 2026
Galerie des Kronacher Kunstvereins | Siechenangerstraße 13
Vernissage | Sonntag | 26. April 2026 | 11 Uhr
Musikalische Umrahmung | Bernd Schellhorn am Klavier
Ansichten eines Trotzigen
Der Maler, Grafiker und Buchkünstler Martin Furtwängler zeigt im Kronacher Kunstverein seine Sicht auf die Welt von morgen.
Der Künstler Martin Furtwängler und die Cranach-Stadt sind schon seit 35 Jahren miteinander verbunden. 1991 präsentierte der Künstler unter dem Titel „Bessere Bilder der Welt“ eine vielbeachtete Werkschau in der Galerie des Kronacher Kunstvereins. 1992 wurde Martin Furtwängler in Kronach für seine „Menschenbilder“ mit dem Lucas-Cranach-Preis für Malerei ausgezeichnet. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir 2026 wiederum eine handverlesene Auswahl aus dem aktuellen und überaus beeindruckenden Schaffen von Martin Furtwängler und seinen aktuellen Blick auf die ‚Welt von morgen‘ zeigen dürfen“, so die Vorsitzende des Kronacher Kunstvereins, Sabine Raithel.

In der Werkschau im Kronacher Kunstverein zeigt Martin Furtwängler seine Sicht auf die Welt und schafft visionäre Zukunftsbilder. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt des Schaffens des Malers, Grafikers und Buchkünstlers. Schon in seinen frühen Arbeiten beschäftigt er sich mit dem inneren und äußeren Wesen, dem So-Sein und dem Da-Sein des Menschen - mit dem, was ihn ausmacht.



Der Künstler erfasst den Menschen in seinem gesamten Wesen und findet eine eigene Ausdrucksweise, die in ihrer kraftvollen Darstellung überzeugt. Darin liegt der Reiz seiner Werke. Schemenhaft, mit wenigen gekonnten Strichen, hält er dabei das Wesentliche des jeweiligen Moments fest. Seine Arbeiten wecken Assoziationen an Versatzstücke von Erinnerungen, Schnipsel aus Familienalben, längst Vergangenes aus der eigenen Biografie, das nur noch bruchstückhaft abrufbar ist und an Eindrücke aus dem alltäglichen Gewahrsein in einer sich stetig wandelnden Welt.


Beobachtend, kritisch, trotzig, unangepasst, politisch und immer wieder auch mit der nötigen Prise Humor. Es ist die berührende Tiefe, die das Werk von Martin Furtwängler ausmacht. Typisch: seine breiten Striche, freien Schwünge und die maximale Reduktion. Dabei oszilliert sein Ausdrucksspektrum zwischen grafisch-linear und dem intuitiven malerischen Prozess, der sich expressiv in großer Geste entlädt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Skizzenhaftigkeit und schnellem Strich sowie verdichtender Übermalung, mit der er oft noch nach Jahren ein Bild ergänzt. So entstehen farbgewaltige, pastös aufgetragene Schichten und sich zigfach überlagernde Pinselstriche, aber auch minimalistisch zurückhaltende bis hin zu düster-monochrome Farbwelten.



Festlegen lässt sich Furtwängler, der gerne auch seriell arbeitet, jedoch nicht. Seine Bildwelten wechseln und wandeln sich ebenso wie Farbschemata und Darstellungsstile. Befragt nach seinen künstlerischen Vorbildern nennt er u.a. die Künstlergruppe Brücke mit Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl als stilprägend.



Martin Furtwängler wurde 1954 in Karlsruhe geboren. Er studierte ab 1972 u.a. an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg und ab 1975 an der Hochschule der Künste in Westberlin zunächst Produktdesign, später Malerei und freie Grafik. Ab 1983 war er Meisterschüler von Gerhard Bergmann. Der Schaffensbereich von Martin Furtwängler ist breit gefächert: Neben seinem großen malerischen und grafischen Oeuvre gehören auch seine originalgrafischen Kunstbücher zu seinem Schaffen.
Begleitend zur Ausstellung in Kronach gibt Martin Furtwängler ein Kunstbuch mit eingelegter Originalgrafik in kleiner Auflage heraus.


Impressionen der Ausstellungseröffnung


